Thorgrimm | Drucken | Impressum
Keiler Thorgrimm
Thorgrimm

Ein stämmiger und recht düster dreinblickender Zwerg sitzt auf einer Bank in der Taverne, einen Humpen dunkles Bier vor sich, und beobachtet drei Männer die an einem Tisch in der Nähe sitzen und würfeln.

Der eine der Männer lehnt sich ein wenig zu einem anderen herüber, und spricht leise mit ihm.

„Sag mal, dein Freund der Zwerg da...ist nicht so gesellig, was..?“

„Och was. Thorgrimm ist sehr gesellig...normalerweise. Seit er mal viel Geld beim würfeln verloren hat...“ dabei lächelt der Mann versonnen „...spielt er nicht mehr so gern. Ansonsten befindet man sich mit ihm in durchaus guter Gesellschaft.“

„Vielleicht kann man mit ihm ins Geschäft kommen. Ich hab schon sehr gute Waffen und Rüstungen von Zwergen gekauft. Ist er Schmied..?“.

„Und was für ein Schmied dieser Zwerg ist. Einer der besten Waffenschmiede die der Stamm der Eisenfäuste je hervorgebracht hat. Als junger Bartling wurde er schon an dieses Handwerk herangeführt und mit den Jahren ist ein wahrer Meister aus ihm geworden.“ Die Würfel rollten über den Tisch. „Eine acht...tja, damit hätte ich nur noch eine Münze. Das Glück ist heute nicht mit mir.“ Offensichtlich verärgert erzählte er weiter. „Nach Jahren der Arbeit an der heißen Esse, befand ihn ein Runenschmiedemeister namens....verdammt....er hieß...Tarosch, genauso hieß er, Tarosch befand ihn für würdig eine weitere Stufe, ich möchte fast sagen in die höchste Stufe der Schmiedekunst aufzusteigen indem er lernen sollte was eine heiße Esse, ein Schmiedehammer und eine geschickte Hand die ihn führt aus einfachen Runen machen kann und welche Macht sie dadurch erlangen können . Und auch hierbei brachte er es zur Meisterschaft. Also ja...er ist ein guter Schmied...“ fügte er mit einem Lächeln hinzu nachdem die beiden anderen auch gewürfelt hatten und ebenfalls nur noch eine Münze hatten. Er würfelte und warf dann schlecht gelaunt, mit einem Fluch die letzte Münze auf die sieben. Der zweite Mann würfelte und war offensichtlich eher bei der Geschichte als beim Spiel. Auch seine letzte Münze landete auf einem freien Feld.

„Und dann..? Er sieht ja nicht so aus als würde er nur am Amboß stehen...“

„Über die Zeit danach spricht er nicht viel. Ist wohl viel gewandert, in der Welt herum gekommen. Als ich ihn mal dazu was gefragt hat hat er nur gesagt..“ er versuchte die Stimme des Zwergs eher schlecht als recht nachzuahmen und verzog dabei das Gesicht wie Thorgrimm wenn er verärgert war “...`das geht dich nichts an, Bursche...das ist allein meine Sache`. Er ist da etwas empfindlich. Auf dich, Thorgrimm...“ Er prostete dem Zwerg zu der nun noch ein wenig düsterer zu ihnen herüber sah. „Nach dieser offenbar dunklen Zeit hat er sich des öfteren als Söldner verdingt und die Axt in der ein oder anderen Schlacht geschwungen. Wenn es zu einem guten Kampf kommt ist er der Zwerg den ihr an eurer Seite haben solltet. Oder wenn`s um eine Belagerung geht, seit ihr mit ihm, das versichere ich euch, auf der Seite der Sieger. Und der weiß Sachen mit Schwarzpulver anzustellen....BUMM..!“ Er gestikulierte wild mit den Armen und erschreckte mit dem `BUMM`seine Mitspieler so, das sie nicht auf seine Hände achteten, die kurz unter dem Tisch verschwanden.

„Jetzt ist`s aber gut Junge...beendet das Spiel und dann ist`s gut...“, raunte Thorgrimm schlecht gelaunt vom anderen Tisch herüber und paffte nervös an seiner Pfeife.

„Ja ja...ist ja gut. Jedenfalls...“ wandte er sich wieder an seine Mitspieler „...hat er sich jetzt den Keilern angeschlossen. Eine Söldnertruppe...ihr habt bestimmt schon von ihnen gehört. Wir waren im letzten Jahr auch auf Mythodea und haben dort für die Kargather gekämpft. Da hab ich Thorgrimm auch im Jahr davor getroffen...beziehungsweise er eher mich. Unser Treffen damals stand unter keinem guten Stern.“ Dabei rieb er sich den Kopf. „Naja, aber jetzt laßt uns würfeln sonst wird er noch richtig böse.“

Die Würfel rollten über den Tisch und blieben beide auf der 6 liegen.

„Na hossa...die Glücksgötter haben ihr Licht heut doch noch einmal auf mich scheinen lassen...“. Grinsend strich er seinen Gewinn ein und mit ihm verschwanden auch die Würfel vom Tisch.

„Verdammt....die ganze Zeit über würfelst du miserabel und dann sowas...“ Die beiden starrten fassungslos auf die verlorenen Münzen die in einem Beutel verschwanden.

„Tja....grämt euch nicht meine Freunde. Das nächste mal ist euch das Glück wieder holt. Und euer nächstes Bier geht auf mich. Gehabt euch wohl..!“

Grüßend verließ er den Tisch, warf der Schankmaid eine Münze zu und bestellte Bier für die zwei, den Zwerg und sich selbst und ließ sich auf den Stuhl neben Thorgrimm fallen.

„Irgendwann triffst du mal wieder jemanden der genauer aufpasst, Junge...und ich wünsche mir an dem Tag dabei zu sein um das Schauspiel genießen zu können...“. Lächelnd lehnte sich Thorgrimm zurück und nahm einen tiefen Schluck von seinem Bier.